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Sonntag, 14. Juni 2026

Die heutigen Tipps kommen von Luana Betschen, Buchhandlung BUK, Luzern und Silvia Hess, ZHB Luzern

Foto: ZHB Luzern

Alison Bechdel, Kaputt, Berlin: Reprodukt 2026.

Empfohlen von: Silvia Hess, Mitarbeiterin Sondersammlung und Historikerin, Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern

«Im autofiktionalen Comic-Roman geht es um das Altern, um Geld, um Beziehungen und darum, wie das Private politisch und verwirrend ist. Die Hauptfigur erzählt mit Selbstironie von ihrem Leben als erfolgreiche Comic-Autorin, die mit ihrer Frau aufs Land gezogen ist. Der Bechdel-Wallace-Test für Filme, der auf einen älteren Comic von Bechdel zurückgeht, entlarvt Geschlechterstereotype in Filmen und anderen medialen Produkten.»

Bist du interessiert? Du kannst das gedruckte Buch hier vormerken.

 

Nicole List, Angst vor Männern, Wien: Wasser 2026

Empfohlen von: Luana Betschen, Inhaberin und Geschäftsführerin Buchhandlung BUK, Luzern

«‹Ich hasse Männer nicht. Ich habe Angst vor ihnen.› Es hat Jahre gedauert, bis Nicole List sich erlaubt hat, diese Sätze zu denken – noch viel länger, sie laut auszusprechen. So hart das klingt, so sehr sind sie eine Befreiung: von dem nagenden Gefühl der Unsicherheit in Herz, Hirn und Magen, von selbstauferlegtem Schweigen und nicht zuletzt davon, Männer aus ihrer Verantwortung zu entlassen. Nicole List findet eine beeindruckende Sprache dafür, was es heisst, in einer Welt aufzuwachsen und zu leben, die von und für cis Männer gemacht ist. Sie benennt schmerzhafte Wahrheiten, teilt Erfahrungen und schont niemanden, am wenigsten sich selbst. Das Kunststück, das ihr mit Angst vor Männern gelingt: Sie verweilt nie in Schuldzuweisungen, sondern fordert vehement das angstfreie Leben für alle – und zeigt, was dafür notwendig ist. Nicole List hat mit Angst vor Männern ein ebenso persönliches wie politisches Buch geschrieben. In ihrem erzählenden Sachbuch verbindet sie eigene Erfahrungen mit gesellschaftlichen Analysen zu Angst, Gewalt und patriarchalen Strukturen. Geschildert werden zahlreiche Alltagssituationen, in denen Frauen belästigt, bedroht oder eingeschüchtert werden. Viele dieser Szenen wirken auf Außenstehende vielleicht wie belanglose Einzelfälle, doch in ihrer Summe ergeben sie ein bedrückendes Gesamtbild. Die persönlichen Erlebnisse werden mit sachlichen Einschüben, Zahlen und Fakten verbunden. So entsteht ein eindringlicher Dialog zwischen individueller Erfahrung und gesellschaftlicher Realität. Das Buch beschreibt nicht nur die Strukturen hinter der Angst, sondern auch die Erschöpfung, die entsteht, wenn Unsicherheit und Vorsicht zum alltäglichen Begleiter werden. Trotz des provokanten Titels ist Angst vor Männern kein männerfeindliches Buch. Im Gegenteil: Ihr Anliegen ist es, Verständnis zu schaffen und Männer zu motivieren, sich aus eigener Überzeugung mit Feminismus und den Lebensrealitäten von Frauen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig richtet sich das Buch mit Themen wie Solidarität und Selbstermächtigung auch an Frauen. Angst vor Männern ist kein bequemes Buch, aber ein ungemein wichtiges. Nicole List findet Worte für Erfahrungen, die noch immer viel zu oft verharmlost oder als individuelle Probleme abgetan werden. Eine große Empfehlung für alle, die sich für feministische Literatur, gesellschaftliche Debatten und persönliche Essays interessieren.»

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Den Hintergrund zu unserer Aktion findest du im ersten News-Beitrag!

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