Countdown zum FemStreik – noch 7 Tage
Sonntag, 7. Juni 2026
Die beiden Tipps von heute kommen von Pablo Bänninger, Student und Mitglied des feministischen Hochschulkollektivs Luzern und Suleika Baumgartner, ZHB Luzern

Miriam Suter und Natalia Widla, Niemals aus Liebe. Männergewalt an Frauen, Zürich: Limmat 2024
Empfohlen von: Suleika Baumgartner, Fachfrau Information und Dokumentation, Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
«Sowohl bei häuslicher Gewalt als auch bei sexualisierter Gewalt geht es um Kontrolle und Machtausübung. Die Autorinnen zeigen u.a., was unsere Bilder von Männlichkeit mit dem Thema zu tun haben. Sie tun dies anhand von aktuellen Fällen, denen sie sich durch Besuche von Schweizer Gerichtsprozessen angenähert haben, und Gesprächen mit Fachpersonen.»
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Manon Garcia, Mit Männern leben. Überlegungen zum Pelicot-Prozess, Berlin: Suhrkamp 2025
Empfohlen von: Pablo Bänninger, Student PPE an der Universität Luzern und Mitglied des feministischen Hochschulkollektivs Luzern
«Mit Männern leben ist ein erschütterndes Buch. Manon Garcia gelingt es, philosophische Diskussionen und ihre eigenen Beobachtungen am Pelicot-Prozess mit ihren Erfahrungen zu einem zugänglichen Werk zu kombinieren. Sie vereint darin viele wichtige Debatten des radikalen Feminismus (wobei die digitale Dimension leider fehlt). Themen wie Zustimmung, Strafjustiz, Männlichkeit(en), Recht und Leben im Patriarchat werden anhand des Pelicot-Prozess konkret reflektiert, während der Text noch offenbleibt, um zu weiterer Diskussion und Reflexion anzuregen. Garcias Kernthese ist, dass der Pelicot-Prozess aufzeigt, weshalb die Lösung patriarchaler Gewalt nicht allein im Strafwesen zu finden ist. Das Problem liegt bei den/diesen Männern, die in unserer Gesellschaft so sozialisiert werden, dass mensch sich nicht sicher sein kann, ob auf dem Trümmerfeld der männlichen Sexualität noch etwas aufgebaut werden kann. Dabei verfällt Garcia nicht Generalisierungen, sondern zeigt die Spektren der patriarchalen Gewalt auf, in die wir alle verstrickt sind. Durch die Beschreibung der Brutalität, die sich hier abgespielt hat, ist das Buch oft auch hart zum Lesen. Garcia findet jedoch immer einen reflektierten Sprachgebrauch, der es ihr erlaubt, die schwere Thematik sensibel und zielführend zu diskutieren. Das Problem, und die Verantwortung zur Lösung, findet sich auf der Seite der Männer.»
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