Books as Data geht live
Donnerstag, 24. September 2026
Mit books-as-data.ch geht ein neues und frei zugängliches Portal mit über 450'000 digitalisierten Bänden aus Schweizer Bibliotheken online – auch aus der ZHB Luzern.

140 Millionen Seiten Wissensgeschichte (1700-1900) zum Erkunden und Nutzen
Auf der Plattform Books-as-Data.ch steht der Forschung und auch allen weiteren neugierigen Nutzenden ab sofort ein umfangreiches neues Korpus digitalisierter Bücher zur Verfügung, das im Volltext durchsucht und durchstöbert, aber auch heruntergeladen, persistent zitiert und extern verarbeitet werden kann.
Bereits der Kern der Sammlung bildet die bisher grösste retrodigitalisierte Sammlung der Schweiz. Das sind 450'000 Bände, die in Zusammenarbeit mit Google Books gescannt wurden. Die Sammlung besteht aus Werken aus den Jahren 1700 bis 1900 und umfasst neben wissenschaftlicher Literatur auch Zeitschriften und Belletristik aus der Schweiz, Europa und der ganzen Welt – ein repräsentativer Teil des Wissensraums der Schweiz in dieser Zeit.
Aus den Beständen der ZHB Luzern wurden 70'000 Objekte – und damit ein grosser Teil aller Drucke vom 18. bis 19. Jahrhundert – digitalisiert. Das Projekt wird von den Universitätsbibliotheken Bern und Basel, der Zentralbibliothek Zürich und der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern getragen. Aus diesen Bibliotheken entstammen auch die Digitalisate.

Wissenschaftliche Nachnutzbarkeit
Das Portal Books as Data ist als Forschungsportal angelegt. Grundlegend für die Forschungsarbeit mit den bereitgestellten Daten waren daher Datentransparenz und Interoperabilität. Die Herkunft jedes Objekts und jeder Information ist ausführlich dokumentiert. Persistente Links machen die digitalen Objekte, bis zur einzelnen Seite, dauerhaft adressierbar. Für jedes Objekt ist transparent kenntlich gemacht, welche Form von Persistenz garantiert werden kann und unter welchen Lizenzbedingungen es steht. Auch die exportierbaren OCR-Volltexte enthalten mitgelieferte Qualitätsmetriken. Die Eckdaten der Sammlung sind nach internationalen Standards in einem Datasheet zusammengefasst und eine öffentliche Dokumentation führt durch das User Interface und erklärt technische Details. Lücken im Digitalisierungsprozess werden transparent im User Interface ausgewiesen.
High Performance Computing Infrastruktur
Von der Webseite books-as-data.ch können sämtliche Rohdaten für einzelne Bände bequem heruntergeladen werden. Für datenintensive Forschungsvorhaben, die viele tausende Objekte auf einmal untersuchen möchten, stellt die Universitätsbibliothek Basel Datendumps zum Download bereit. Diese werden langfristig in verschiedenen Versionen zugänglich und zitierbar gemacht. Für Forschungspartner kann der Zugang zu den sciCORE-Ressourcen für High Performance Computing erleichtert werden. Ein zusätzliches kleines Highlight: die Subkategorie der 180'000 separat durchsuchbaren Falttafeln. Deren Metadaten wurden durch LLM-Datenanreicherung mit Bildbeschreibungen in natürlicher Sprache erweitert. Dies erlaubt eine Suche nach historischen Grafiken, Karten und Skizzen.
Aber auch ganz ohne konkretes Forschungsvorhaben kann man sich beim Klicken und Scrollen wunderbar von Zufallsfunden inspirieren lassen. Geben Sie einen beliebigen Begriff ein, der Sie gerade interessiert und lassen Sie sich vom sogenannten Serendipity-Effekt überraschen. Schnell landen Sie bei einem skurrilen Fund, der Sie in ein «rabbit hole» zieht. Wer das physische Objekt sehen möchte, erfährt auf der Plattform, in welcher Bibliothek es sich befindet. Wer nicht nur herumschweifen will, kann mit verschiedenen Filtern und Suchfunktion präzise recherchieren, unter anderem nach Sprache, Erscheinungsjahr und Thema.
So wird aus einer einzelnen Suchanfrage schnell eine ganze Fundgruppe an Quellen, ob für eine wissenschaftliche Arbeit oder aus reiner Neugier. Zudem verlinkt das Portal nahtlos zu weiteren Plattformen mit historischen Digitalisaten und eröffnet somit noch mehr Wege zu neuen Entdeckungen.
Zur Plattform: books-as-data.ch




