Oh Wunder! Meerhunde, Dämonen und eine fliegende Kapelle
Was hat eine Blume aus Südamerika mit der Passion Christi zu tun? Wie wirbt ein Wallfahrtsort für sich, und was genau ist unter einem «Meerwunder» zu verstehen?

In der Sondersammlung der Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) verbergen sich zahlreiche Berichte über fantastische Wesen, blutige Erscheinungen und surreale Ereignisse. Geschichtsstudierende der Universität Luzern haben ihnen gemeinsam mit Expertinnen der ZHB nachgespürt. Ihre Forschungen dauerten ein Semester, erstreckten sich über 450 Jahre vormoderner Geschichte und führten schliesslich zu dieser Ausstellung.
Sieben Beispiele zeigen, dass die Erzählungen vielfältig sind und das Wundersame mit der damaligen Lebensrealität eng verbunden war. Zugleich wird deutlich, wie Wunder mit Hilfe der Verschriftlichung legitimiert, bewahrt und auch für handfeste Zwecke eingesetzt wurden.
Objekte:
- Renward Cysat, Collectaneen: Blutwunder von Willisau, 16. Jh.; Signatur: Ms.97.fol.
- Renward Cysat, Collectaneen: Flugschrift zur Passionsblume, 1609; Signatur: Ms.103.fol.
- Walahfridus Strabo, Vita sancti Galli; Signatur: P.33.4.
- Hartmann Schedel, Das Buch der Chroniken und Geschichten, 1493; Signatur: Ink.180.fol.
- Konrad von Megenberg, Das Buch der Natur, 1499; Signatur: Ink.390.4.
- Wunderzeichen-Buch von Werthenstein, 1615-18. Jh.; Signatur: Pp.67.fol.
- Rudolf Pfyffer von Altishofen, Pilgerfahrt nach Jerusalem, 1592; Signatur: Ms.254.4.
Studierende:
Laura Farese, Samira Guyot, Lars Jossen, Olivia Maag, Marco Niederberger, Lionel Schmid, David Stalder, Lena Stöckli, Sabrina von Wyl, Pablo Wüthrich, Chiara Zgraggen.
Projektleitung:
Dörthe Führer, Silvia Hess, ZHB Luzern Sondersammlung
Vernissage:
Mittwoch, 11. März 2026, 18.30 Uhr
ZHB Sempacherstrasse, Lesesaal, mit anschliessendem Apéro.
Keine Anmeldung notwendig, Eintritt frei.



