Bild

Bildarchiv mit ca. 135'000 Dokumenten. Druckgrafik, historische bis zeitnahe Fotografie, Ansichtskarten etc.

Darstellungen zur Landeskunde der Innerschweizer Kantone mit Schwerpunkt Stadt und Kanton Luzern. Topografische Ansichten, Kultur, Geschichte, Porträts, Tourismus, Verkehr etc.

Sperli, Johann J. (1794-1843), Blick von Norden auf Hofquartier. Aquarell, 1816 (LSc.5.1.6)
Willisau. Gelaufene Ansichtskarte, Poststempel 1908 (P LKa.106.1.102)
Stickerinnen vor Wäschereigeschäft Wartenweiler, Luzern. Kolorierte Fotografie, ca. 1928 (P LSa.32.24.5)

Handschriften & Alte Drucke

Der Bestand der Sondersammlung umfasst gegenwärtig rund

  • 3'200 Handschriften
  • 870 Inkunabeln
  • 183'160 Druckwerke von 1501–1900

und setzt sich vor allem aus Werken der Bürgerbibliothek und der Kantonsbibliothek zusammen.

Bürgerbibliothek

2500 Nummern. Ausschliesslich Bestände mit Bezug zu Schweiz und Zentralschweiz, darunter die "Handschriften und Collectaneen vaterländischen Inhalts" von Felix Balthasar (1737-1810), die Luzerner Diebold Schilling-Chronik, die Kollektaneen und die Sammlung von Theatertexten Renward Cysats (1545-1614)

Kantonsbibliothek

700 Nummern, davon 175 vor 1500 (Bestände Jesuitenkollegium (1577-1832), Franziskanerkonvente Luzern (1269-1836) und Werthenstein (1630-1836), Zisterzienserabtei St. Urban (1194-1848), Familienbibliothek Amrhyn (16.-19. Jh.), Historischer Verein der Fünf Orte (1843-1915) und Privatsammlung Theodor von Liebenaus (1840-1914)

Inkunabeln

864 Ausgaben (aus Jesuitenkollegium, Franziskanerklöster Luzern und Werthenstein, Zisterzienserabtei St. Urban)

Druckwerke 1501-1900

183'161 Bände (davon 5459 16. Jh., 9403 17. Jh., 23'010 18. Jh.). Ausführlicher Beschrieb in: Handbuch der historischen Buchbestände in der Schweiz

Luzerner Verlagsproduktionen

Xaver Meyer & Comp. (1798-1850), Verlag Gebr. Räber (1825-1988)

Gesellschaftsbibliotheken

Luzerner Lesegesellschaft (1786-1843), Bibliothek des Historischen Vereins der Fünf Orte (1843-1915)

Privatbibliotheken

Privatbibliotheken von Renward Cysat (1545-1614), Franz Josef Stalder (1757-1833, Dialektforschung), Kasimir Pfyffer (1794-1875, Recht), Franz Xaver Kunz (1847-1910, neulateinische Literatur), Familie Amrhyn (16.-19. Jh.)

Nachlässe

Was sind Nachlässe?

In Nachlässen werden Dokumente aus privatem Besitz gesichert. Neben Briefen, Lebensdokumenten und (Werk-)Manuskripten ist auch audiovisuelles Material wie Fotos zu finden. Diese Archivbestände ergänzen die staatliche Überlieferungsbildung um die privaten Perspektiven von Akteurinnen und Akteuren.

Welche Nachlässe archiviert die ZHB?

Die historisch gewachsene Sammlung zählt gegenwärtig rund 180 Nachlässe von Personen und Körperschaften, die zwischen dem 16. Jahrhundert und der Gegenwart im Kanton Luzern vor allem in den Bereichen Musik, Literatur, Kunst, Wissenschaft und Politik wirkten.

Welche Bedingungen gelten für die Nutzung?

Die Sondersammlung macht die Nachlässe in der Regel im Sonderlesesaal einsehbar. Einschränkungen der Benutzung können aus datenschutz- oder urheber- bzw. verwertungsrechtlichen sowie aus konservatorischen Gründen bestehen.

Wie funktioniert die Recherche zu oder in Nachlässen?

Die meisten Nachlassbestände sind über die nationale Bibliotheksplattform swisscovery findbar und oft direkt bestellbar. Im Metakatalog swisscollections sind die Nachlässe der ZHB übersichtlich dargestellt, teils mit detaillierter Ordnungsstruktur, teils erst mit einem Haupteintrag zum Bestand. Der Bearbeitungsstand ist unterschiedlich. Melden Sie sich mit Ihrer Rechercheanfrage unter: silvia.hess@zhbluzern.ch

Welche Nachlässe übernimmt die ZHB?

Die ZHB archiviert Nachlässe basierend auf ihrem spezifischen Sammlungskonzept.

Themenbestände

Drachenstadt

"Luzern ist für mich die Drachenstadt par excellence", so Michel Meurger, Autor der 2001 erschienenen Histoire naturelle des dragons: un animal problématique sous l'oeil de la science. Tatsächlich spielt Luzern darin eine wichtige Rolle. Am 26. Mai 1499 wollten Augenzeugen beobachtet haben, wie "ein vast grosser ungehürer drack und wurm" mit grosser Geschwindigkeit vom See her unter der Reussbrücke hindurch schwamm. Das berichtet Diebold Schilling in seiner Luzerner Bilderchronik (1513).

Weit bekannter war in der Welt der Gelehrten der Drache am Pilatusberg. Conrad Gesner (1516-1565) unternahm eine Besteigung des Bergs, ohne allerdings Spuren von Drachen zu finden. Sein Schlangenbuch, posthum veröffentlicht 1587, berichtet aber in Text und Bild von den Drachen in den Schweizer Alpen. Der Luzerner Stadtschreiber Renward Cysat (1545-1614) hielt in seinen chronikalischen Aufzeichnungen fest: " Es hatt vor zytten in den wildinen und bergen umb die statt Luzern treffenlich grosse würm und tracken ghept sonderlich in dem berg Frackmönt, sonst Pilatiberg genannt...".

Als Beweis für die Existenz der Drachen führt Cysat den Drachenstein an, den ein Exemplar der Spezies an einem heissen Sommertag des Jahres 1421 bei seinem Flug von der Rigi zum Pilatus fallen liess. Cysats Enkel Johann Leopold (1601-1663) veröffentlichte in seinem Buch Beschreibung dess Berühmbten Lucerner= oder 4.Waldstätten Sees (Luzern 1661) davon eine Darstellung. Der Drachenstein oder Drakonit (unten rechts auf der Abbildung) wird heute im Naturmuseum Luzern aufbewahrt.

Mit dem Drachen am Pilatusberg beschäftigten sich auch einflussreiche Gelehrte wie der Jesuit Athanasius Kircher (1602-1680) in seinem Buch über die Unterwelt, Mundus subterraneus (Amsterdam 1664-1665, Ausgabe 1678), oder der Zürcher Naturforscher Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733) in den Itinera per Helvetiae Alpinas Regiones (Leyden 1723), den Berichten über seine Reisen in die alpinen Gegenden der Schweiz zwischen 1702 und 1711.

Bauernkrieg 1653

Handschriften, Drucke und Bilder aus der ZHB Sondersammlung zum Thema Bauernkrieg 1653 (zusammengetragen anlässlich des Gedenkjahres "Schweizerischer Bauernkrieg 1653-2003"). Das Staatsarchiv Luzern stellt auf ihrer Website weitere Informationen und Quellen zusammen.