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Morgarten - die Inszenierung eines Ortes

  • 04.04.2019 19:00 Uhr

Lesung und Gespräch mit Silvia Hess und Valentin Groebner im Neustahl, Werkstatt an der Hirschmattstrasse 52a in Luzern. Anschliessender Apéro.

 

Ansichtskarte aus dem Bestand der ZHB Sondersammlung

Ansichtskarte aus dem Bestand der ZHB Sondersammlung

"Am 15. November 1315 zog Herzog Leopold von Habsburg mit seinem teilweise berittenen Gefolge von Zug her kommend durch das Ägerital gegen Sattel. Beim südlichen Ende des Ägerisees – am Morgarten – wurden sie von zahlenmässig unterlegenen Schwyzern überfallen und in die Flucht geschlagen," heisst es auf der Seite des Amts für Kultur SZ, Staatsarchiv ZG

Tatsächlich sind die Ursachen wie auch der Verlauf der Schlacht am Morgarten eher ungewiss. Auch über den genauen Standort des Schlachtfeldes gibt es nur Mutmassungen. Dennoch wurde Morgarten seit 1800 als "historische Stätte" von Reisenden ge- und besucht, bedacht und beschrieben. Nur, wer gestaltete den Mythos und wer inszenierte den Gedenkort? Wie wurde das Gedenken an mittelalterliche Geschichte erfolgreich in Szene gesetzt? Und wer waren die Besucherinnen und Besucher? Diese Fragen greift Silvia Hess, Historikerin, ausgewiesene Kennerin der Materie und Autorin, an der Veranstaltung im Neustahl auf. Sie zeigt und erläutert Quellen aus der Sondersammlung der ZHB Luzern, liest ausgewählte Passagen aus ihrem Buch und diskutiert mit dem Mittelalter-Spezialisten, Prof. Valentin Groebner, die zentralen Thesen ihrer Publikation.

Die Feierlichkeiten zum 700. Jahrestag der Schlacht am Morgarten im Jahr 2015 waren der Ausgangspunkt für das Buch von Silvia Hess, das im Verlag Hier und Jetzt erschienen ist. Darin untersucht die Autorin nicht nur den politischen Gebrauch von Geschichte, sondern erstmals auch Morgarten als Fremdenverkehrsattraktion. Ein Besuch vor Ort wurde seit dem Ende des 18. Jahrhunderts mit Angeboten verknüpft, das historische Geschehen der Schlacht zu «sehen» und zu «fühlen», bis hin zur «Möblierung» der Landschaft zum Jubiläumsjahr 2015.

Das anschliessende Gespräch mit der Autorin führt Prof. Dr. Valentin Groebner (Universität Luzern). Der folgende Apéros wird vom Freundeskreis der ZHB offeriert. 

Wo: Werkstatt und Schauraum Neustahl an der Hirschmattstrasse 52a in Luzern (Zugang in den Innenhof an der Winkelriedstrasse 47, 6003 Luzern)

/ ib

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