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"Der schönste Bibliotheksneubau der Schweiz ..."

Architektur der ZHB an der Sempacherstrasse

Die Architekten: Thomas Lussi und Remo Halter Casagrande.
Westfassade bei Nacht. Finotti, 2019.
Lesesaal. Finotti, 2019.
Lesesaal. Schildknecht, 1951
Die Bibliothek vom Park aus gesehen. Schildknecht, 1951
Katalogsaal. Schildknecht, 1951

Ausgezeichnet! Arc Award 20/21

Die Schweizer Baudokumentation prämierte am 19. Mai 2021 die besten Bauten der Schweiz. In sechs Wettbewerbskategorien haben drei unabhängige Fachjurys die Gewinner der 331 eingereichten Projekte gewählt und mit dem hochdotierten Schweizer Architekturpreis «Arc Award 20/21» ausgezeichnet.

Dabei erhielt die Sanierung der ZHB durch Thomas Lussi und Remo Halter Casagrande den «Arc Award 20/21» in der Kategorie «Transformation: Sanierungen, Umnutzungen». In seiner Laudatio würdigt der Jurypräsident Dominique Salathé die Arbeit der Luzerner Architekten als «Baukultur pur».

 

Die Baugeschichte 

"Wie von kompetenten auswärtigen Fachleuten versichert wird, hat Luzern nun den schönsten Bibliotheksneubau der Schweiz. Das Luzerner Volk darf darauf stolz sein …" So urteilte 1951 Albert Alois Müller, der als erster Direktor die Zentralbibliothek an der Sempacherstrasse einweihen konnte. Mit seiner Begeisterung war Müller nicht allein. Das von Otto Dreyer für "eine Stadt mittlerer Grösse ohne Universität" entworfenen Gebäude war «wegweisend für die frühe Nachkriegszeit und hat entsprechende Beachtung gefunden», resümierte Walter Sperisen, zweiter Direktor der Z(H)B. 

Die Bibliothek - ein Herzstück des Neustadtquartiers -  gilt als Meisterwerk des Architekten Dreyer, das auch annähernd siebzig Jahre später nichts von seiner Ausstrahlung verloren hat. Der 2015 verstorbene Luzerner Architekt Otti Gmür erkennt in der ZHB einen Bau, der «innen wie aussen eine typisch restaurative Moderne» dokumentiert, «feinsinnig detailliert und ausgeschmückt.» (Architekturführer, Luzern 2003)

Die ursprünglich neben der Jesuitenkirche geplante Bibliothek weist etliche charakteristische Merkmale auf.
"Der mehrgeschossige Verwaltungsbau und die eingeschossigen Bibliothekstrakte sind ausgemauerte Betonskelettkonstruktionen, das Büchermagazin ein verschweister Stahlskelettbau mit 80 x 200 cm Grundrissrastermass über alle Geschosse. Diese kleinstgliedrige Tragstruktur ergab eine engmaschige Verteilung der anfallenden grossen Bücherlasten, erlaubte einen Verzicht auf die quartierübliche Pfahlfundation und ermöglichte gleichzeitig eine Kombination von Tragstruktur und Büchergestellen." (Zeitschrift archithese, Mai/Juni 1985)

"Der Haupteingang ist durch einen Vorbau betont, dessen obere Wandfläche ein Wandrelief des Bildhauers August Blaesi ziert [Es zeigt «Johannes, der den kündenden Visionen des Engels lauscht“]. Ein kräftig auskragendes Vordach aus eloxiertem Aluman bietet den nötigen Schutz. (…) Die Eingangshalle ist durch weitgehende Verwendung von Marmor festlich gestimmt. Wandverkleidung und Mosaik sind in Cristallina (Marmor aus dem oberen Maggiatal) ausgeführt. (…) Eine doppelflügelige, nur aus Glas bestehende Tür in der Eingangsachse führt in die Bücherausgabe. Die dekorativen Türgriffe in Fischform stammen von Bildhauer Godi Müller. Entgegen der üblichen Anordnung von Wartehalle, Bücherausgabe und Katalogsaal in drei getrennten Räumen wurde der Versuch, diese in einem einzigen grossen Saal (Länge: 23 m) unterzubringen. Die Bücherausgabe schliesst mit ihrer Rückwand direkt an das fünfgeschossige Büchermagazin an.
Die Lasten der magazinierten Bücher sind durch kreuzweise geschweiste Regalpfosten aus Winkeleisen nach unten geführt, so dass für die Abstützung der Bücherregale in Länge und Breite kaum ein 1 cm verlorengeht. (…) Die einzelnen Stockwerke des Magazins sind miteinander durch sowie schnelllaufende Personen- und Bücheraufzüge verbunden." Schweizerische Bauzeitung, 1952

Seit 2015 steht das Gebäude im Sempacherpark (im Volksmund auch «Vögeligärtli» genannt) unter Denkmalschutz. Das immer wieder geplante, mehrfach sistierte Sanierungs- und Umbauprojekt wurde bedingt durch den budgetlosen Zustand des Kantons unmittelbar vor Baubeginn im Januar 2017 erneut zurückgestellt. Nach der Verabschiedung des Budgets im Herbst erfolgte im November der Aus- und Umzug in die Provisorien der ZHB. Die Baustelle wurde noch im Dezember 2017 in Betrieb genommen. Die Wiedereröffnung des sanierten und umgebauten Gebäudes erfolgte just zwei Jahre später, am 11. Dezember 2019. 

 

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