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"Wunder über Wunder"

1618 – am Himmel erscheint ein Komet, der genau beobachtet, viel beredet und detailliert beschrieben wird. Das erst kurz zuvor erfundene Fernrohr leistet bei der Erforschung gute Dienste. Ein in der Sondersammlung aufbewahrter Sammelband von 1618/19 dokumentiert die Auseinandersetzung mit dem beunruhigenden Phänomen.

 

Der in der Sondersammlung der ZHB aufbewahrte Sammelband mit insgesamt neun Beiträgen – ein 20 cm grosses Büchlein – kam 1679 als Legat in das Kloster St. Urban. Nach der Aufhebung des Klosters im Jahr 1848 wurde das kleine Werk über den «unheilvollen geschwantzten Cometen», der retrospektiv als Vorzeichen des Dreissigjährigen Krieges (1618-1648) gedeutet wurde, mitsamt der übrigen Klosterbibliothek in die Kantonsbibliothek Luzern überführt.

Das kleine Buch besteht aus neun Drucken von verschiedenen Autoren (Habrecht, Isaak 1589-1633, Lungwitz, Matthaeus 1582-1655, Ursinus, Benjamin 1587-1633, Köppe, Joachim … et.al.), die in einem Konvolut mit der Signatur: E1.98 zusammengebunden sind. Alle neun Drucke behandeln das Ereignis des Kometen von 1618 und erschienen in den Jahren 1618 und 1619.

Heute, vierhundert Jahre später, wird der Komet unter der prosaischen Bezeichnung C/1618 W1 geführt.

Aktuelle Literatur zum Thema Andreas Bähr: Der grausame Komet : Himmelszeichen und Weltgeschehen im Dreißigjährigen Krieg. Reinbek, 2017

Details zum Thema Kometen

/ gw/ib

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