Aktuelles

Offen für alle!

Seit einem Monat ist die frisch sanierte Bibliothek am ZHB-Standort Sempacher­strasse wieder offen. Das Interesse der Bevölkerung ist riesig. Über 1'000 Personen haben an den Führungen teilgenommen, viele Hunderte kommen zum Ausleihen oder zum Schmökern und Zeitunglesen, viele bücher­affine Neugierige schauen vorbei, die Arbeitsplätze sind stets gut belegt und im Bistro geht ein Kaffee nach dem anderen über den Tresen.

Was es für die Standortleiterin Simone Barnetta heisst, den Betrieb der Bibliothek gleich auf Hochtouren zu fahren, erzählt sie im Interview:
 

Ist der Start geglückt? Wie arbeitet es sich in der neuen ZHB?
Der Start ist geglückt, und wir freuen uns sehr über das grosse Interesse. Es sind noch nicht alle «Baustellen» abgeschlossen, was zu erwarten war. Zufriedenstellende Lösungen lassen sich oft erst in der konkreten Nutzung finden. Zum Beispiel überlegen wir uns, ob die Tageszeitungen, die neu im Bistro verfügbar sind, wieder in den Katalogsaal kommen sollen. So stünden sowohl das klassische Printprodukt sowie auch die brandneuen «Hublets» mit digitalen Inhalten im Katalogsaal zur Verfügung. Aber auch gebäudetechnische Herausforderungen gilt es noch zu lösen: zum Beispiel die Lüftung und damit verbunden auch die Wärmeregulation in einzelnen Gebäudeteilen. Wir fühlen uns aber schon wieder Zuhause an der Sempacherstrasse!

 

Wie kommt die Architektur an?
Ich sehe viele staunende Augen, die Rückverwandlung der Bibliothek in den ursprünglichen Zustand wird mehrheitlich positiv aufgenommen. Die Bibliothek war in den frühen 50er Jahren bahnbrechend in der stringenten Konzeption der Räume. Die Aufteilung in Verwaltungstrakt, Publikumsbereich mit Katalogsaal, Lesesaal und Vortragssaal (der heutigen Sondersammlung) und den geschlossenen Magazintrakt ist auch heute noch funktional und wurde weitgehend beibehalten. Lediglich der Magazintrakt musste aus Gründen der Erdebensicherheit und des Brandschutzes ausgekernt werden. Dies haben wir zum Anlass genommen, ihn in eine für alle zugängliche Freihandbibliothek mit Arbeitsplätzen umzuwandeln.  Die originalen Oberflächen wurden soweit möglich restauriert, so fällt zum Beispiel auf, dass im Publikumsbereich in allen Räumen unterschiedliche Hölzer verwendet wurden. Die Architekten haben dieser Palette mit den Bücherregalen in Ulme ein weiteres Holz hinzugefügt, um die neuen Bauteile klar zu kennzeichnen.

Grundsätzlich gilt es zu berücksichtigen, dass es sich nicht um einen Neubau, sondern um ein saniertes Gebäude handelt, das unter Denkmalschutz steht. Die Platzverhältnisse bleiben insgesamt gleich, neu nutzen wir diese etwas anders. So wurde beispielsweise der Publikumsbereich, durch das Zugänglichmachen des ehemaligen Magazintraktes, flächenmässig stark vergrössert. Der interne Platz für das Zwischenlagern von Büchern oder WC-Papier hat hingegen abgenommen, zudem wird zusätzlicher Platz für zeitgemässe Technikinstallationen benötigt.

Die Barrierefreiheit ist uns ein zentrales Anliegen. Die barrierefreie Rampe vor dem Haupteingang war trotz Denkmalschutz möglich. Allerdings steht die Haupteingangstüre ebenfalls unter Denkmalschutz und durfte nicht automatisiert werden. Aus diesem Grund gibt es nun die Klingel beim Eingang. Unser Thekenpersonal holt Menschen im Rollstuhl dort ab und hilft beim Zugang ins Gebäude.

 

Haben Sie Feedback zur sanierten Bibliothek der Nutzerinnen und Nutzer erhalten?
Ja, dieses haben wir auch explizit «angefragt» und dafür im Eingangsbereich eine Feedbackwand aufgestellt. Uns interessieren die Rückmeldungen unserer Nutzerinnen und Nutzer sehr – und wir danken ihnen für ihr wertvolles Feedback! Da kommt zunächst viel Positives wie «Gueti Sach», «Super mit dem Bistro», «Was lange währt, wird endlich - sehr gut!» oder kurz und bündig «Mega!». Solche Voten freuen uns natürlich! Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Wiedereröffnung mit Spannung erwartet – und vor allem die Reaktionen der Nutzerinnen und Nutzer. Die Kritik und die Verbesserungsvorschläge nehmen wir Ernst. Wir werden, wo immer möglich und sinnvoll, zu optimieren versuchen. Es gibt allerdings Dinge, die gegeben sind: der Boden im Katalogsaal beispielsweise. Historisch bedingt wurde wieder ein Linoleumboden verlegt.  Vor der Sanierung war dort ein Teppich, der natürlich eher den Schall hemmt.  

 

Können Sie andere Beispiele nennen?
Das neue Angebot des Bibliothekscafés wird gut genutzt und freut einen Teil unserer Benutzerinnen und Benutzer. Das Bistro Quai4 wird durch die Wärchbrogg betrieben. Als soziales Unternehmen schaffen sie Arbeitsplätze für psychisch beeinträchtigte Menschen und legen Wert auf Nachhaltigkeit. Auch für die ZHB sind dies wichtige Werte. So haben wir seit dem Betriebsbeginn in der sanierten Sempacherstrasse auch wieder integrierende Arbeitsplätze in den Abteilungen Gebäude- und Bestandsmanagement geschaffen.

 

Was wird seitens der Nutzerinnen und Nutzern vermisst?
Da wir nun ein Bibliothekscafé haben, gibt es keine Kaffeeautomaten mehr. Die negativen Rückmeldungen dazu blieben natürlich nicht aus, weil der Kaffee nun teurer ist. Jedoch kann ich auch hier auf das soziale Engagement der Wärchbrogg hinweisen: Studierende erhalten einen Rabatt. Überdies beteiligt sich das Bistro Quai4 am «Café Surprise», das armutsbetroffenen Menschen einen kostenlosen Kaffee im Bistro offeriert. Der ZHB-Standort Sempacherstrasse ist ein offenes Haus, das leicht zugängliche, flexibel nutzbare Aufenthalts-, Lern- und Begegnungsorte für ein breites Publikum bietet.

 

Was wäre der grösste Wunsch der Nutzerinnen und Nutzer – und können Sie diesen erfüllen?
Die Verlängerung der Öffnungszeiten! Und es sind übrigens nicht nur die Studierenden, die sich längere Öffnungszeiten wünschen. Das Anliegen ist bei uns angekommen und wir versuchen unser Möglichstes. Jedoch haben wir an unseren vier Standorten ein unterschiedliches Zielpublikum und unterschiedliche Angebote und wir setzen daher auch unsere Mittel gezielt mit unterschiedlichen Schwerpunkten ein. Am ZHB-Standort Uni/PH-Gebäude bieten wir unter der Woche bereits täglich 14 Stunden vollen Service.


Welches sind Ihre persönlichen Erwartungen?
Ich freue mich auf einen lebendigen und offenen Ort und hoffe, dass viele Menschen durch unsere interessanten und abwechslungsreichen Veranstaltungen und unsere innovativen und nützlichen Dienstleistungen den Weg zu uns in die Bibliothek finden.

 

Zur Person:
Simone Barnetta (40) ist Standortleitern der ZHB Luzern an der Sempacherstrasse. Die studierte Naturwissenschaftlerin mit einem MAS in Information Science arbeitet seit 2016 bei der ZHB Luzern und wohnt in Bern.  

 

Ihr Feedback ist uns wichtig:
Lob freut uns, Kritik bringt uns weiter! An der Infotheke steht Ihnen ein Feedbackformular für Ihre Anregungen zur Verfügung.

 

 

/ sb/dt/wy

zum Seitenanfang