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Google Books digitalisiert 60'000 Bücher der ZHB

Google will das Wissen der Welt digitalisieren. Ein wesentliches Projekt dazu heisst Google Books, das vor 15 Jahren gestartet wurde und mittlerweile 30 Millionen Bücher umfasst. Auch die ZHB Luzern wird 60'000 Bücher aus den Jahren 1700 bis 1900 auf Google Books digital frei zugänglich machen.

In der Strategie der ZHB Luzern spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Dabei setzt die ZHB Luzern konsequent auf möglichst offenen Zugang (Open Data) und freie Weiterverwendung. Das Ziel ist, eine hohe Sichtbarkeit, die intensive Nutzung und die nachhaltige Sicherung ihrer Bestände zu gewährleisten.

Die ZHB Luzern geht nun – zusammen mit der Universitätsbibliothek Bern und der Zentralbibliothek Zürich – eine Partnerschaft mit Google Books ein, um eine grössere Menge ihrer historischen Bestände zu digitalisieren. Google hat bereits über 7 Millionen Bücher aus den grössten Bibliotheken der Welt digitalisiert und frei zur Verfügung gestellt. Aus dem deutschen Sprachraum waren die Bayerische Staatsbibliothek und die Österreichische Nationalbibliothek Partner in diesem Programm, in der Schweiz war es die Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne. Diese frühen Partner haben durchwegs gute Erfahrungen mit der Zusammenarbeit mit Google gemacht, besonders auch im Umgang mit alten Drucken.

 

5000 Bücher pro Monat

Google zielt darauf ab, eine möglichst grosse Masse an Büchern zu digitalisieren und erreicht damit einen Output, den die Bibliotheken mit eigenen Ressourcen nicht schaffen würden. Der Konzern übernimmt die Kosten für das Scanning und den Transport der Bücher. Die ZHB Luzern stellt die Bücher dafür bereit.

Aufgrund von ersten Analysen verfügt die ZHB Luzern über rund 60’000 Titel mit Erscheinungsjahr zwischen 1700 und 1900, die noch nicht von Google digitalisiert worden sind. Ältere, besonders wertvolle Bücher und neuere, die noch dem Urheberrecht unterliegen, sind nicht Teil des Projekts.

Die Kooperative Speicherbibliothek Schweiz in Büron wird im Auftrag der ZHB Luzern ab Anfang 2020 monatlich 5’000 Bände bereitstellen, die von Google abgeholt und in dessen Digitalisierungszentrum gescannt werden. Anschliessend kommen sie wieder nach Büron zurück. Die ZHB erhält von jedem digitalisierten Buch eine Datei des Scans inklusive Volltext zur Archivierung und freien Verfügung. Die Links zu den über Google Books frei zugänglichen digitalisierten Titeln werden in den Online-Katalog der ZHB Luzern (Iluplus) eingespielt und können jederzeit ohne Zugangsbeschränkung konsultiert, durchsucht oder abgespeichert werden. Es ist vertraglich abgesichert, dass die Digitalisate auch in Zukunft kostenlos für private und wissenschaftliche Verwendungszwecke verfügbar bleiben.

Dieses Angebot soll hingegen eigene künftige Projekte zur hochwertigen Digitalisierung von Handschriften, Drucken vor 1700, Bildern, Zeitschriften oder Luzerner Publikationen nicht konkurrieren.

 

Sichtbarkeit verbessern

Der Direktor der Bayerischen Staatsbibliothek München bezeichnete die Zusammenarbeit mit Google in einem Fachartikel als «Ritterschlag für den Wissenschaftsstandort Bayern», da damit die Sichtbarkeit und Nutzbarkeit der historischen Buchbestände massiv verbessert wird. Dies gilt auch für die ZHB Luzern. Die Zusammenarbeit bildet eine grosse Chance, Bestände in grosser Menge digital bereitstellen zu können. Zudem steht sie im Einklang mit den Digitalisierungsstrategien der ZHB und des Kantons Luzern.

 

Beispiele der BCU Lausanne: Link
 

Im «Echo der Zeit» (30.07.19) nimmt Dani Tschirren Stellung zu den Absichten, die Google mit dem Projekt verfolgen könnte.

 

/ wy

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