Fachgebiet Geschichte
Geschichte ist einer der traditionellen Sammel-Schwerpunkte der ZHB und ihrer Vorgängerbibliotheken. Die ersten Bände der Monumenta Germaniae Historica stammen noch aus der 1848 aufgehobenen Zisterzienserabtei Sankt Urban. Entsprechend ist der Bestand auch sehr umfangreich. Er umfasst etwa 20 % von insgesamt rund 1'200'000 Medieneinheiten. Standorte sind die ZHB am Sempacherplatz sowie im UNI/PHZ-Gebäude.
Weitgehend vollständig vorhanden ist die Literatur zur Schweizer Geschichte. Mit der Bürgerbibliothek Luzern besitzt die ZHB eine der geschlossensten und vollständigsten Sammlungen überhaupt zur Geschichte der Schweiz vor 1848. Umfassend und von hoher Qualität ist die Literatur über die Geschichte der deutschsprachigen Länder. Die fremdsprachigen Nachbarländer der Schweiz sind ebenfalls sehr gut vertreten, häufig in der Originalsprache, beim modernen Fachschrifttum in guter Auswahl. Die anglo-amerikanische Geschichte ist zahlenmässig weniger bedeutend und weist vor allem im Bereich der Hochschul- und Forschungspublikationen grosse Lücken auf. Die wichtigen Zeitschriften sind vorhanden, häufig vom Beginn ihres Erscheinens an. Zahlreiche englischsprachige Zeitschriften sind, mit Ausnahme der letzten 3 bis 5 Jahrgänge, elektronisch im Volltext zugänglich (JSTOR). Im Angebot sind auch elektronische Bibliographien wie Historical Abstracts.
Für Skandinavien, Ost- und Südosteuropa, sowie Asien, Afrika, Lateinamerika und Ozeanien erreichen die Bestände selten wissenschaftliches Niveau. Publikationen in Originalsprache und Zeitschriften aus diesen Regionen sind die Ausnahme.
Für das Fachreferat Geschichte einschliesslich Archäologie steht ein jährlicher Erwerbungskredit von rund CHF 90'000 zur Verfügung. Davon werden 20 % für Zeitschriften aufgewendet. Mit dem vorhandenen Geld lässt sich ungefähr 1/5 der erwerbenswerten Literatur beschaffen. Die Auswahl ist deshalb streng und entsprechend aufwändig.
Das Angebot der ZHB Luzern im Fach Geschichte will Bedürfnisse der Orientierung und Information, der Aus- und Weiterbildung sowie der wissenschaftlichen Forschung abdecken. Es richtet sich zunächst an ein allgemeines Publikum, Privatpersonen wie Berufstätige, mit breitgefächerten historischen, aber nicht primär wissenschaftlichen Interessen. Weitere Zielgruppen sind Auszubildende, Lernende und Studierende sowie die Lehrenden aus dem Mittel-, Fachhochschul- und Hochschulbereich. In besonderem Masse berücksichtigt es auch die historische Forschung an der Universität Luzern und an nicht-universitären Institutionen wie dem Staatsarchiv Luzern, dem Historischen Museum Luzern und dem Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Luzern.
Besonders intensiv gepflegt werden die Forschungsschwerpunkte am Historischen Seminar der Universität Luzern und die Schweizer Geschichte einschliesslich der Archäologie. Für die Alte Geschichte, die Osteuropäische Geschichte und die Geschichte Asiens, Afrikas, Lateinamerikas und Ozeaniens wird keine Forschungsliteratur und nur in Ausnahmefällen Hochschulliteratur über das Seminar-Niveau hinaus gesammelt. Rechtsgeschichte betreut das Fachreferat Recht, Kirchengeschichte das Fachreferat Theologie.
Unabhängig von der ZHB erwirbt vor allem das Staatsarchiv Luzern wissenschaftliche Literatur im Fach Geschichte.
