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«Ich hab das Fräulein Helen baden sehen» …

Ein Sommer ohne zu baden? Undenkbar! Eine Vorliebe fürs kühle Nass entwickelten die LuzernerInnen schon früh. Beredte Zeugen der Badefreuden finden sich in der Sondersammlung der ZHB.

Strandbad Weggis

"Missipidampfer" an der Reuss

Badeanstalt am Nationalquai

Strandbad Weggis

Lido Luzern

Im Jahr des europäischen Kulturerbes schaut die ZHB in ihre reich bestückten Archive und präsentiert Monat für Monat Entdeckungen abseits des Mainstreams. Dieses Mal:

Baden in Luzern und Weggis

«Mississippidampfer», Bade- und Waschanstalt. 1867 wurden die Baupläne für das 56,10 Meter lange 7,5 Meter breite, schiffähnliche Gebäude unterhalb der Spreuerbrücke vom Regierungsrat bewilligt. Bereits ein Jahr später, 1868, wurde dort gebadet, allerdings nicht in der Reuss, sondern in im Boden eingelassenen Badewannen und Badekästen. In der dazu gehörigen Waschanstalt, einer frühen Form des Waschsalons, wurde Wäsche gewaschen. Später ergänzten Duschen das Angebot.

Badeanstalt am Nationalquai Die Seebadanstalt am Nationalquai wurde am 28. Juni 1885 eröffnet. Das Kastenbad mit zwei vollständig getrennten Bade-Abteilungen für Männer und Frauen war über zwei gesonderte Zugangsbrücken erreichbar.

Strandbad Weggis. 1919 eröffnete das erste offizielle Wasser-, Luft- und Sonnenbad der Schweiz, in dem Frauen und Männer gemeinsam im See badeten. Eine Sensation, die vielerorts für Empörung sorgte.

Lido Luzern. Nachdem 1919 in Weggis das erste offene Strandbad der Schweiz Furore machte, zogen die Luzerner 1920 mit dem Strandbad Lido 1920 nach.

Die zum Thema passende Lektüreempfehlung: Heinz Horat: Seelust, Badefreuden in Luzern. Baden, 2008

Der im Titel genannte Schlager "Ich hab das Fräulein Helen baden sehen", ein Ohrwurm der späten 1920er Jahre, wurde von Fred Raymond komponierte und von Fritz Grünbaum getextet

/ gw, ib

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